Die Freien Demokraten hatten für den gestrigen Ausschuss für Digitales, Nachhaltigkeit und Wirtschaftsförderung einen Antrag zur Einführung eines Gründerpreises auf die Tagesordnung gesetzt. Ziel war es, dass Gründerinnen und Gründer, die in diesen schweren Zeiten ein Unternehmen gründen und erfolgreich am Markt platzieren im nächsten Jahr eine Auszeichnung und ein Preisgeld erhalten. Der Gründerpreis sollte an Gründerinnen und Gründer gehen, die zwischen dem 01.01.2021 und 31.12.2021 ihr Gewerbe in Neukirchen-Vluyn angemeldet haben. SPD und CDU sahen aber keinen Bedarf für diesen Zeitraum.

Unser Antrag stieß im Allgemeinen auf positives Feedback, aber SPD und CDU hielten unseren Antrag für das falsche Signal in einer pandemischen Lage. „Diese Einschätzung teilen wir nicht, denn gerade in dieser Zeit sollte man Menschen Mut machen ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch unsere Stadt von Gewerbesteuereinnahmen finanziert wird. Hier wäre es angebracht sich jetzt schon, um adäquaten Unternehmensnachwuchs zu kümmern und die Initialzündung für eine gründerfreundliche Stadt zu setzen.“, sagt unser sachkundiger Bürger Benjamin Lampmann zur gestrigen Ausschusssitzung.

Kein Geld für Gründer – aber für unausgereifte Ideen

Im Zusammenhang mit unserem Antrag forderten wir eine Beteiligung unserer Stadt von 5.000€ für einen Gründerpreis. Der Hintergrund war, dass wir die Motivation bei weiteren Sponsoren fördern wollten, denn bekanntlich investiert jemand gerne, wenn ebenfalls der Partner mit einer Summe beteiligt ist. Der Grundgedanke war, diese 5.000€ zum Start zu investieren, um dem Gründerpreis selbst ohne Sponsoren einen Mehrwert zu bieten. Immerhin wäre es der erste Gründerpreis, der von der Stadt organisiert wird. Die CDU Neukirchen-Vluyn sah das anders. Das Geld solle man nicht investieren, sondern sich nur auf Sponsoren fokussieren. Der Haushalt wäre sonst zu stark belastet. Eine Meinung, die wir als Fraktion teilen können. Verwirrend fanden wir in diesem Zusammenhang aber, dass man genau einen Antrag später dann die Zustimmung für einen Prüfauftrag für eine Erneuerung des Klimaschutzkonzeptes  für 20.000€ zustimmte, obwohl man vorher in der Aussprache ebenfalls die Kosten kritisierte. Wirtschaft ist halt manchmal dann doch nicht mehr so wichtig, wenn der Antrag nicht vom Kooperationspartner kommt, denn nach den 20.000€ stimmte man ebenfalls einer umstrittenen Personalplanung zu, die ebenfalls den Haushalt belasten wird.

Gründerpreis wird zum Prüfautrag

Am Ende haben wir als Fraktion einer Änderung unseres Antrages zugestimmt, indem nun die Verwaltung mit der Festlegung von Kriterien beauftragt wurde und entsprechende Kooperationen zu suchen. Das bedeutet aber auch, dass der Gründerpreis für Gründerinnen und Gründer im Jahre 2021 nicht zur Verfügung steht. Bündnis 90/Die Grünen wollte hierzu noch das Kriterium Nachhaltigkeit fest platzieren. Wir erläuterten dazu, dass nicht jedes Unternehmen an Nachhaltigkeit gemessen werden kann und wir den Gründerpreis möglichst offen gestalten wollten. Dieser Bitte folgte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Wir sind nicht zu 100% zufrieden mit der Änderung des Antrages, aber wir sind froh, dass das Thema nun einen Stellenwert in unserer Stadt genießt. Wir verschenken damit aber trotzdem ein wertvolles Jahr zur Gründerförderung.“, sagt Benjamin Lampmann.