Die Freien Demokraten in Neukirchen-Vluyn lehnen eine Reaktivierung der alten Bahnstrecke ab. Es gibt viele Gründe, die gegen eine Nutzung der alten Strecke sprechen. Nicht zuletzt das Investitionsvolumen von wahrscheinlich über 60 Millionen Euro stellt ein Hindernis für die Umsetzung dar. Immerhin müsste die Stadt selbst mit über 3 Millionen Euro in der Verantwortung stehen. Darüber hinaus sind Fragen zu Verkehrsproblemen und Nutzung nicht abschließend zu klären.

Anwohner und weitere Bürgerinnen und Bürger sehen Bahn kritisch

Bürgerinnen und Bürger in Neukirchen-Vluyn sehen die Bahn kritisch. Während die SPD Neukirchen-Vluyn die Wünsche und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger mit einem Brief abgetan hat, haben sich die Freien Demokraten mit den Anwohnern an der Bahnstrecke unterhalten. Neben Wertverlusten und Lärmbelästigung, kamen aber noch weitere Themen auf den Tisch. Die Anwohner machen sich sorgen, dass durch die Reaktivierung der Bahn Investitionen in Bildung und Soziales verloren gehen. Darüber hinaus sieht man die Verkehrssituation in Vluyn sehr kritisch, wenn die Bahnüberquerungen wieder reaktiviert werden. Das bedeutet, dass es mehrmals täglich Staus auf den Ringen geben wird. Die Meinung haben nicht nur die Anwohner. Viele Bürgerinnen und Bürger mit denen wir gesprochen haben, haben uns ähnliche Zweifel berichtet. Vor allem wird der Nutzen bezweifelt, da Pendler die Bahn vermutlich gar nicht im vollen Umfang nutzen können. Die erwarteten Zahlen sollen hierbei weit von der Realität abweichen.

Die Kritik an der Bahn teilen wir als Freie Demokraten in vollen Zügen. „Die Bahn ist ein kostspieliges Unterfangen, dass uns so viel Geld kosten wird, dass uns dieses Geld für andere Investitionen fehlt. Ich möchte den Kindern nicht erklären, weshalb Kitas und Schulen wieder marode werden, nur weil eine Bahn umgesetzt wurde. Darüber hinaus ist überhaupt nichts darüber bekannt, ob diese genutzt wird. Pendler fahren aus unserer Stadt in verschiedenste Richtungen und müssen ggf. an anderen Stellen umsteigen. Der Individuelverkehr wird somit nicht ersetzt werden. Eine Bahn für Wenige macht keinen Sinn.“, sagt unser Spitzenkandidat Andrè Landskron.

Bahn ist eine beängstigende Träumerei

Die Freien Demokraten stellen sich entschieden gegen die Bahn. Eine solche Träumerei seitens einiger Parteien kann Neukirchen-Vluyn in den nächsten Jahren die Zukunft nehmen. Es gilt diesen Vorstoß zu verhindern, um Bürgerinnen und Bürgern weiterhin eine hohe Lebensqualität in der Stadt zu bieten. „Wir kritisieren die Pläne scharf, denn es wurde sich über viele Dinge keine Gedanken gemacht. Unabhängig von den Kosten fehlen auch Stromleitungen und die Gleise müssen an vielen Stellen erneuert werden. Das kostet Zeit, aber vor allem kann es passieren, dass auf einmal Diesellocks durch unsere Stadt fahren. Der Umweltgedanke wäre dann ad absurdum geführt. In Bezug auf die Anwohner muss gesagt werden, dass die Lärmbelastung erheblich sein wird, da die Linie dicht bewachsen ist und sich eine hohe Geräuschkulisse entwickelt, auch bei modernen Zügen. Darüber hinaus wissen wir gar nicht, ob es in 10 Jahren ggf. eine andere Art der Mobilität gibt, weil wir vielleicht schon mit autonomen Fahren unterwegs sind. Die Bahn ist nich die einzige Alternative für eine gelungene Verkehrswende.“ sagt unser Vorsitzender Christian Sluiters.

Alternativen gibt es genug

Alternativen für das Bahnprojekt gibt es genug. Die Freien Demokraten schlagen einen Radschnellweg auf der alten Bahnlinie vor, der für einen sicheren Radverkehr, sowohl für Touristen, Pendler und Schüler sorgt. Das wäre ein Schritt zu einer fahrradfreundlichen Stadt, sowie es bereits beschlossen wurde. Die Kosten wären geringer und es könnten Finanzmittel in so genannte Mobilitätspunkte fließen, die den öffentlichen Nahverkehr per Bus um eine individuelle Verkehrskomponente ergänzen. Darüber hinaus müssen die Buslinien nach Krefeld, Kamp-Lintfort und weitere Städte ausgebaut werden. Das bedeutet, eine höhere Taktung, sowie adäquate Busse. Darüber hinaus muss der ÖPNV sauberer werden. Eine Umrüstung der Flotten ist somit notwendig. Am Ende haben wir eine günstigere Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, sowie eine zusätzliche Möglichkeit sich mit dem Rad zu bewegen. Eine schnelle Busverbindung bringt einen darüber hinaus auch direkt zum Moerser Bahnhof.